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Redaktionelle Kommentare
Mai 2011. Frühlingsfreude herrscht! Waisenkinder rühren einfach ans Herz. Und nachdem die Subnavigation 'Redaktionelle Kommentare' nun über ein Jahr verwaist und entsprechend kick- und klicklos vor sich hin dämmerte, überquillt unser Mitleid (gut, man könnte das 'unser' auch als 'pluralis maiestatis' verstehen...) und wir möchten das Kindlein wieder etwas zum Leben erwecken. Da wir aber um die Zartheit der Seelen vieler 'Verbraucher' so gut wissen wie um die Versuchung, etwas zu degustieren, von dem man eigentlich weiss, dass es einem höchstwahrscheinlich nicht bekommt, da wir uns zudem nicht so einfach aus der Affäre ziehen können wie die Anbieter von Netz-Erotika, bei denen der Benutzer bestätigen muss, dass er den 18. Geburtstag hinter sich hat und damit im Handumdrehen vom schützenswerten Kindli zum gewieften Info-Müll-Manager geworden ist, da es bei uns nämlich nicht eine Frage des Alters, sondern eine der geistigen Mündigkeit ist, ob man mit freier Meinungsäusserung umgehen kann oder nicht, bedienen wir uns einen untadeligen Filters für die hier zu veröffentlichenden Texte. Sie haben nämlich samt und sonders nicht nur die Zensur der Redaktionskommission eines grossen Regionalverbandes passiert, sondern sind auch bei der doch recht beachtlichen, eher konservativen Leserschaft jener Verbandspostille nicht nur heil angekommen - ja haben sogar ab und an zu ermutigenden oder gar begeisterten Feedbacks geführt. Da die Busch-Schweiz aber doch verzettelter ist als das Einzugsgebiet des das Blättchen editierenden Regionalverbands, wagen wir es, häppchenweise unsere stets aufmunternden, nur ganz zart kritischen Kommentare und Gedanken zur Rösselerei in - und nicht nur in - Helvetien hier an die digitale Frischluft zu setzen. Um den allfälligen Wiedererkennungseffekt etwas zu dämpfen, fangen wir bei den ältesten Texten an. - Ach ja, noch was: sie sind allesamt erstaunlich kurz, aber nicht etwa aus später Einsicht des Autors, sondern eher aus layouterischem Zwang, der bei den Printmedien überquellende Gedankenflüsse immer noch rüde einschränkt. Zur Sicherheit nochmals: es sind Ansichten, Meinungen, Kommentare, die da geäussert werden - ohne Anspruch darauf, in den Koran oder sonst eine Fibel mit absolutem Wahrheitsanspruch aufgenommen zu werden (den wir sowieso fröhlichstens und ganz generell in Frage stellen). Und Sie dürfen sich dazu äussern. Es würde uns sogar riesig freuen, wenn Sie sich zu einer solchen ökonomisch vielleicht nicht sehr einträglichen Tätigkeit hinreissen liessen. Aber wenn Sie nur schon beim nächsten Rösseler-Stamm darüber debattieren, ist ein wichtiges Ziel erreicht.
Hier als erster Appetizer etwas aus dem Jahr des Herrn 2006: "Rede mitenand!"
Und hier ein 07-er-Text-Häppchen für das Sonntags-Zmorgen-Zopf-Gespräch in Rösseler-Familien: "Agfrässe!"
Evergreen aus dem Frühsommer 08: "Das war schon immer so!"
Februar 2010. Kommentare sind immer ein klitzeklein wenig kritisch. Drum haben wir sie ins gleiche Bett mit den 'Kritischen Gedanken' geschickt. Aber Kommentieren ist eine hochgefährliche Sache. Nur schon die Selektion von Daten und Informationen, auch ohne sie im geringsten zu interpretieren oder gar zu bewerten, allein die Anordnung von Resultatlisten oder das Fettdrucken eines Siegerpaars ist tief getränkt von Subjektivität, ja die Fragen, mit denen sich Neurophysiologen, Quantenphysiker, Psychologen und Philosophen seit hundert Jahren herumbalgen, ob nicht jeder Wahrnehmungsakt ein völlig subjektives Geschehen sei, ob es mithin so etwas wie Faktizität, Objektivität, Wirklichkeit überhaupt gebe ausserhalb von menschengemachten Systemen, Spielen, Modellen, Theorien und Ordnungen, stellt sich auch für den umhegten Endverbraucher all dessen, was als Information über ihn hereinflutet. Umso schützenswerter ist gerade der schollen- und bollennahe User einer lieblichen Vereins-Heimseite, die doch Vertrauen einflössen sollte in die unangefochtene und nicht von einzelmenschlichen Meinungen verunreinigte Tatsächlichkeit. Zumindest in die Nähe der Gültigkeit von Koransuren für Muslime sollten wir es doch schaffen mit Ausschreibungen, unbearbeiteten Resultatlisten und der Weiterleitung der Worte der Hohepriester der Grossverbände wie der FEI, des SVPS und unser aller Disziplinleitung. Solange der Super-GAU nicht eintritt und die Olympier sich widersprechen, werden wir euch frohgemut ihre Botschaften übermitteln. Kommentare und auch die ach so subjektiv eingefärbten Fotos werden wir immer mehr auslagern in die geistigen Slums weitab dieser idyllischen Vereinspostille. Sollten Sie wider Erwarten also doch dereinst den schändlichen Drang nach Kommentaren in sich übermächtig werden spüren, so tun Sie, was Sie nicht lassen können - und lesen Sie vorab diese letzte Warnung HIER.
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