Resultate: www.mybo.ch
Im Gleichgewicht?
22.8.10/ta. Im B2 von Birchwil wurden für die Stilwertung die Hindernisse 5 bis 9 berücksichtigt. Ein Vorteil für die einen, v.a. jungen Pferde, die das Hindernis Nr. 2 (eine Kiste mit weissem Kies) noch etwas mit grossen Augen anschauten oder noch nicht ‘auf Schienen‘ dagegen zogen und erst so nach Sprung 4 ins Laufen kamen. Aber es folgten weitere Herausforderungen, die die Stilbewertung wesentlich beeinflussten. So folgte nach dem Hindernis 5 eine längere Galoppierstrecke, wo bereits ersichtlich wurde, welche Pferde geschlossen ‘bergauf‘ galoppierten bzw. auf die Vorhand kamen und eher auseinanderfielen. Der Beweis folgt ungleich rasch beim folgenden Hindernis, dem 'Elefanten'. An und für sich kein schwieriges Hindernis, aber die Sprungumgebung und weitere Linienführung forderte eine gute Linienwahl und ein geschlossenes, gut unterstütztes Pferd, galoppierten doch einige noch etwas schwankend dagegen. Der darauffolgende Graben bergauf bereitete den meisten Pferden keine Mühe. Am Waldrand entlang folgte der nächste ‘Approach‘, die wichtige Anreitphase in Richtung Talus. Beim Aufsprung und unmittelbar darauffolgenden Absatz bergauf kam aus, welche Pferde, aber auch Reiter, im Gleichgewicht waren. Die gut unterstützten Pferde sprangen hoch wie nichts, andere kletterten schwung- und kraftlos hoch. Wer bis dahin alles toll meisterte stand aber immer noch vor einer ‘stilistischen Klippe‘ – denn es folgte ein Stück Bergabgalopp (oder Trab, wobei auffiel, dass die wenigen Pferde, die den Hang im Trab angingen, eher auseinanderfielen als diejenigen, die die Aufgabe im Galopp lösten). Da kam aus, welche Pferde geschlossen und gesetzt bergab galoppieren konnten, ohne schneller und immer länger zu werden. So gab es dann auch einige Redublierer vor Hindernis 9, einem Baumstamm auf dem Flachstück.
And the winner is...

Léa Wertheimer und Henry, hier in Frauenfeld 09
Was hatte sie, was andere nicht hatten? Léa Wertheimer galoppierte ihren Henry regelmässig in einem flüssigen, aber stets kontrollierten Tempo über die Strecke, wobei sie ihn vor den Hindernissen gut und effizient unterstützte, aber nicht mit offensichtlichem Körpereinsatz. Am Sprung folgte sie seiner Bewegung, hatte dabei das Bein immer schön am Gurt und machte keine unnötigen Oberkörperbewegungen. Die beiden waren sich stets einig über die Absprungdistanz und drehten eine harmonische Runde. Henry war sowohl bergauf wie bergab kompakt und ‘galoppierte Strich‘, wie das Ingrid Klimke zu sagen pflegt über ihren Abraxxas. Kuckt euch um, wenn ihr im nächsten B2 ein dunkles grosses Pferd mit einem rot-weissen Piloten (der übrigens auch ohne Pferd den Fliegerschein hat!) seht.