SEC-Championat 2010

Patrizia Attinger und Raumalpha verdiente SEC-Meister 2010

(zur Erinnerung die: Ausschreibung)

1.10.10/cam. Aus meiner Sicht war es eine gelungene Veranstaltung mit gutem Sport, einem originellen Austragungsmodus und fröhlichem Ambiente - obwohl Petrus nicht unbedingt den besten Job machte und ab und zu ein feuchtes Wölklein platzen liess, sodass wir - trotz Springen in der Halle - wieder einmal erlebten, dass wir uns einem Outdoor-Sport verschrieben haben. - Aber eben, meine Sicht ist eine höchst einseitige, parteiische, gefärbte, da ich einerseits vor ein paar Jahren just der 'Stürmihung' war, der dieses Championat 'ums Verrode' aus der Taufe heben wollte, andererseits auch bei dieser Austragung in die Organisation und Durchführung involviert war und - dies vielleicht das grauslichste Detail - wegen kurzfristiger Absage von Peter Hasenböhler als Dressurrichter (er war vollauf damit beschäftigt, am Morgen noch die letzten Finessen im Cross anzubringen und den Umherirrenden die drei trickreichen Routen zu erläutern) nun selbst einmal den Job der vielgescholtenen Dressurrichter ausübte.

Meier als Dressurrichter - fast wie Blocher im Bundesrat
Da kam ich natürlich ordentlich in die Zwickmühle: seit Jahren schimpfe ich auf die 'Föifi-Sächsi-Richter', auf die Langweiler, die stets die langweiligste Vorstellung am höchsten benoten, auf die Miesmacher, die in einer Lektion, die mehrere Elemente umfasst, beim winzigsten Fehlerchen in nur einem der Lektionsteile bereits eine schlechte Note geben, über all die Fadinskis, die sich nicht begeistern können, die die Ausstrahlung eines Paares nicht wahrnehmen, sondern nur das mechanisch-präzise Abspulen von Lektionen, all die Schlafkappen, die Schlappheit mit Losgelassenheit und tänzerische Spannung à la Weltmeister Totilas mit VERspannung verwechseln, über all die duckmäuserischen Weicheier, die arrivierten Namen ohne Hinzuschauen bessere Noten geben als unbekannten Neulingen, all die verfilzten, parteiischen Korrupten, die die eigenen Schüler, Kinder, Stallgenossen protegieren - und jetzt sass ich plötzlich selbst im Kabäuschen, wenn auch nur auf der Seite bei 'H' wie ' Hilfskraft' ohne Bowler. Bei C sass zum Glück der alterfahrene S-Reiter, S-Richter, S-Pferdezüchter und Freund Hansjoggi Fünfschilling und schaute zum Rechten - allerdings auch nicht mit Bowler, sondern mit frech-elegantem Filzhut ausgerüstet.
Ich ging in meiner Richterei, die ich bislang nur an vereinsinternen Prüfungen, Kursen und Kadertrainings geübt hatte, davon aus, dass ich immer einen Grund anführen können wollte, warum eine Lektion nicht eine 10 verdiente. So gab es einige Neuner, viele Achter und Siebner - und sehr wenig darunter; und gesamthaft lag ich meistens rund 20 Punkte höher als der 'richtige' Richter bei C. Dann bemühte ich mich auch um konstruktive Kommentare - glücklicherweise hatte ich mit Maya Stokar eine tolle und schnelle Schreiberin!
Eine Debatte über die Richterei im Allgemeinen und die an dieser SEC-Meisterschaft im Speziellen würde mich freuen, auch wenn ich damit rechnen muss, als naiver Ignorant kritisiert zu werden, der sich mit den hohen Noten in die Herzen seiner Clubmembers schleimen wollte...

Gepflegte Springerei in der unberieselten IENA-Halle
Gérard Oulevay baute nach Angaben von Peter Hasenböhler einen interessanten, flüssig zu reitenden RI-Springparcours auf, der für die Stufe 2 auf RII, für Stufe 3 auf RIII-Masse erhöht und für die Besten mit einer Dreifachkombination bestückt wurde. Schöne Bilder, wenig Fehler - und für einmal wurden wir auch nicht berieselt (ein schnuckliges Detail, das zeigt, wie sehr wir schon Opfer unserer automatisierten Welt sind: offenbar lässt sich die täglich zwischen 13 und 14h laufende Bewässerungsinstallation auf dem grossen Springplatz vor der Halle nur mit unvertretbarem Aufwand (wenn überhaupt? Goethes Zauberlehrling lässt grüssen!) abstellen, sodass wir vorsorglicherweise in die Halle verwiesen wurden (wo bestimmt ebenso automatisch, aber gottlob zu anderen Zeiten berieselt wird...).

Spannende, trickreiche Cross-Strecken
Peter Hasenböhler hatte sich die Mühe gemacht, drei stufengerechte Strecken auszutüfteln und verschiedenfarbig zu beschildern. Die Jury und die Helfer waren gefordert, aber auch die Reiter, v.a. die, die mit mehreren Pferden in verschiedenen Stufen starteten; aber es gab durchaus auch Einpferd-ReiterInnen, die sich igendwo auf ihrer Strecke verirrten. So war die häufigste Fehlerquelle diesmal weder das Vorbeilaufen an einem Hindernis noch das Runterpurzeln, sondern das Überschreiten der Idealzeit und das Auslassen eines Sprunges. Die Tatsache, dass nur ein einziges, noch völlig neues und entsprechend wenig eingespieltes Paar wegen Verweigerungen ausschied und sonst alle nach Hause kamen (wer einen Sprung ausgelassen hatte, erfuhr dies netterweise erst im Ziel, hatte also wenigstens den Genuss, die ((vermeintlich)) ganze Strecke zu reiten) - zeigte, wie gut Peter es getroffen hatte mit dem Anforderungsgrad der drei Stufen. Es war keineswegs simpel, und in der dritten Stufe gab es echte 2*-Herausforderungen an Technik und Rittigkeit, aber die wenigen Paare in dieser Stufe bewältigten diese Aufgaben mit Bravour, so auch die nachmalige Siegerin Patrizia Attinger, die mit drei recht unterschiedlichen Pferden je drei saubere, auch stilistisch vorbildhafte Leistungen zeigte und damit in mehrfacher Hinsicht verdiente neue SEC-Championne wurde.

Dank den (Pro-)Motoren
Auch bei der Dankerei holt mich die Vergangenheit ein. Was hab ich doch schon gespottet über die Vereins- und Verbandsheinis, deren Rede und Schreibe sich auf das Verdanken des Kafis bei Heiri Abplanalp und der Bratwürste von Frieda Frumstal beschränkte. Aber bei Veranstaltungen, an denen viele mithelfen und nur wenige auch Batzelis dafür kriegen, ist es halt schon so, dass man sich wenigstens anständig bedanken sollte dafür...


...angefangen bei der Präsidentin Bettina Sartori-Niederer, die die Anmeldungen entgegennahm, ihre 'Auf-und-davon-Boys' für den Tag verquantete, mit ihren Futter- und Tranksame-für-alle-Einkäufen den Umsatz des IENA-Restaurants schmälerte und - das war dann schon fast zuviel der Selbstlosigkeit - nach guten Leistungen in allen drei Disziplinen mit ihrem Nachwuchscrack Rabin einen der letzten Sprünge ausliess, um den andern kein Preisgeld wegzuschnappen...

 



...fortgesetzt beim unermüdlichen Springjurymitglied und Cross-Starter Heinz Scheller, der eigentlich mit seinem Cory mitreiten wollte - aber zum Trost als */**-Chef am Start natürlich Ausschau nach jungen Talenten halten konnte...

Dann waren Nelly Gfeller-Acklin und Maya Stokar den ganzen Morgen als Dressurschreiberinnen im Einsatz, Nelly am Nachmittag noch als Fotografin und am Vortag als Speckzopfbäckerin (der ist rübisstübis und mit Begeisterung verzehrt worden!) - Maya raste am Mittag bereits wieder zur zweiten Tochter, die andernorts im Einsatz war und von der Fotografin gibt's aus einsichtigen Gründen kein Föteli...

Ebenfalls nicht ablichten konnten wir Christian Hofmeister, der seine Sache als Chef-Auswerter letztes Jahr so gut gemacht hatte, dass er sich diesen Job ganz klar bis an all unser seliges Ende einfach verdient hat. Never change a winning team! - Wenige Minuten nach dem letzten Cross-Zieleinlauf war er soweit, dass wir flugs zur Preisverteilung schreiten konnten. Und ganz so simpel war's ja nicht mit den drei Dressurprogrammen, den drei verschiedenen Tempi und Streckenlängen im Cross, all den Jekami-Startern, die nicht alle Disziplinen machten und der Schimmelreiterin, die mit dem einen Schimmeli die Dressur und mit dem andern den Rest machte... Wir schmeissen dir mit Vergnügen einen ganzen Stapel Hufeisen hinterher, lieber Christian!

 


Ein Teil des OK- und Helferteams: Chef-Starter Heinz Scheller, hinter der Bustüre Zeitmesser Adi Ott, dann Jurypräsident Jean-Jacques Fünfschilling mit Clint Eastwood-Hut und fast etwas grimmiger Miene, SEC-Präsidentin Bettina Sartori, die mit ihren in die Hüfte gestemmten Armen Crossbauer Peter Hasenböhler so zu beeindrucken scheint, dass er die Augen schliesst vor dem, was da noch kommen könnte....

 


Cross-Assistent Otto Schnyder scheint besorgt um die Standfestigkeit der Fracht bei der rassigen Fahrweise des Chefkonstrukteurs

 


Last but not least sei der Speakerin Léa Wertheimer gedankt, die ihren Henry erst nach getaner Sprecharbeit über die Gümpe fetzen liess.

 

Und nun endlich die Akteure in Sand und Lohe:

Für die Meisterschaft zählte nur ein Pferd pro Reiter. Fotos gibt's aber von allen Paaren, die an der Prüfung teilnahmen und von denen eine Gesamt-Prüfungsrangsliste erstellt wurde. Unter den Fotos sind die Platzierungen in der Prüfungswertung aufgeführt, fett gedruckt die Ränge in der Meisterschaftswertung.


1. Patrizia Attinger, Raumalpha, 45.31


2.Jenny Eicher, Forever Cheeky, 46.2



3. Patrizia Attinger, Tie Break, 47.93


4. Tamara Acklin/Moustiqe, 49.6


5. Jacqueline Spinner, Chase (3. in der Meisterschaft), 51.96


6. Patrizia Attinger, Hilton, 53.16


7. Jenny Eicher, Green Quest, 54.6


8. Sophie Schiesser, Wanga v. Schlösslihof, (4. Meisterschaft), 57.9


9. Tamara Acklin, Light of Polaris, (5. Meisterschaft), 58.9


10. Francine Hungerbühler, Sing Sing (6. Meisterschaft), 63.1


11. Claudia Zimmermann, Sapporo, (7. Meisterschaft), 63.35


12. Kuki Schärer, Orakos, (8. Meisterschaft), 66.3


13. Teresa Stokar, Top Goiya, 66.5


14. Christiana Benz, Romeo, (9. Meisterschaft), 71.1


15. Stephanie Fankhauser, Leander, (10.Meisterschaft), 74.9


16. Sophie Schiesser, Lillefot, 78.5


17. Jasmin Gambirasio, Duke Of CH, 80.79


18. Beata Fischer, Surfing Semilly (11. Meisterschaft), 95.7


19. Jasmin Gambirasio, Fiero, (12. Meisterschaft), 97.76


20. Jacqueline Spinner, Henry, 101.4


Weitere Teilnehmer, die entweder nicht alle Disziplinen ritten - oder die fanden, sie täten es der Präsidentin gleich und liessen grosszügigerweise mal ein Sprünglein weg...


Sven Betge, Grand Slam


Rahel Nyffenegger, Little Champ


Teresa Stokar, Muscot


Kuki Schärer, Make my Day (nur Cross)


Jaci Buss, Galant (nur Dressur und Cross)

 

Dann gab's noch ein paar Teilnehmer, die nur Dressur oder Dressur und Springen ritten und von denen wir leider keine aktuellen Fotos haben wie Walton mit Stephanie Fankhauser, Wapper mit Sven Betge und Cards Top mit Kuki Schärer.

 

Schlusstipp für die Championne des Jahres, Patrizia Attinger:


Es ist wie bei der Miss Schweiz: man muss etwas machen aus dem Titel. Du musst ja nicht neue Visitenkärtchen drucken lassen wie gewisse Verbandsfunktionäre, wenn sie wieder ein Sprösschen auf dem Leiterchen erklommen haben, aber den Nachwuchs unterrichten und der Mama ein wenig das Geschäft streitig machen, das könntest du schon Herzhaft lachen. Ich wette einen vollen Vollhelm, dass die Pony-Kids dann vielleicht eher wie du und nicht mehr mit so spitzen Knien und nach hinten fliegenden Unterschenkeln daherflitzen würden...