Kommentar zu den beiden Verlautbarungen des SVPS vom 16.12.2011

 

16.12.11/cm.

Zu den Championaten SVPS 2012: Ort und Datum SM Elite CC ist noch nicht fixiert, aber fest steht, dass sie erstmals im Rahmen einer internationalen Dreisternprüfung, also auf S-Level stattfindet, wie alle Elite-Championate aller Nationen in allen Disziplinen, die dieses Etikett verdienen. Das Protestgeheul all derer, die diesen Level noch nie erreicht haben und vielleicht auch nie erreichen werden, die aber in den letzten Jahrzehnten nicht nur bei der SM CC mitmachen, sondern sogar den Titel gewinnen konnten, wird wahrscheinlich laut und langgezogen sein, trotzdem sollte sich die mutige Disziplinleitung nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen. Hier ist für einmal auch nicht eine Entscheidung aufgrund einer 'Umfrage' oder gar eine demokratische Abstimmung unter allen CC-Reitern am Platz. Denn da sich bekanntlich rund 80 Prozent der helvetischen CC-Reiter auf Jump Green, B1 und B2-Level tummeln, würde die SM Elite vielleicht am Schluss als Jump Green ausgetragen, getreu dem lieb-linken, unterschiedsfeindlichen, gleichmacherischen Motto 'JEKAMI' = Jeder-Kann-Mitmachen. Denn das banalste und meistgehörte Argument gegen die Austragung der SM auf 3*-Level wird wohl auch diesmal wieder sein: "Da macht ja fast niemand mit!" - So what? Auch in der Dressur sind es hierzulande nicht 50 Paare, die einen Grandprix reiten können. Aber es käme den Verantwortlichen nicht einmal im Traum in den Sinn, die SM deswegen auf Kindergarten-Niveau auszutragen. SchweizermeisterIn soll doch die/der Beste in diesem Jahr in dieser Disziplin sein? Und das kann wohl kaum jemand sein, der gar nie auf dem Top-Level reitet? Irgendein M-Springreiter als Elite-Schweizermeister? Oder gar eine L-Dressurreiterin?

Das zweithäufigste Gegenargument, das ich in den letzten 20 Jahren hörte: "Eine nationale Meisterschaft muss doch innerhalb des Landes stattfinden!" - Das wäre tatsächlich wünschenswert und schön. Im CC-Bereich aber vorläufig schlicht nicht realistisch. Solange wir - allen voran der SVPS, aber auch wir alle könnten etwas dazu beitragen - keine Lobby haben, die sich für eine Änderung der Zollbestimmungen einsetzt, um die ganzen Erschwernisse abzuschaffen für ausländische CC-Reiter, die gerne in der Schweiz reiten würden (Carnet ATA, Gesundheitszeugnisse und Pipapo), solange weder der Verband noch die Disziplinleitung CC einen Sponsoringverantwortlichen hat, der sich für die Gewinnung von Drittmitteln für unseren Sport einsetzt und es damit möglich macht, den Veranstalter einer Dreisternprüfung in der Schweiz entsprechend zu unterstützen, wird sich kaum jemand finden, der für die zugegeben wenigen - zurzeit knapp zwei Dutzend - Schweizer Dreisternreiter die nötige Infrastruktur aufbauen kann. Und mit Verlaub: Während der letzten Jahre fand die SM auch im Ausland statt, wenn auch im nahen und leicht erreichbaren Ausland und mit einer versierten Schweizer Organisatorin, die vergessen liess, dass man sich in Deutschland befand. Aber es bleibt trotzdem eine Tatsache, dass der wunderschöne Weiherhof Radolfzell leider Gottes in Deutschland liegt.

Zu den Kadern CC SVPS 2012:
Seit Menschengedenken werden die Kader CC im SVPS blind und stur vergangenheitsbezogen zusammengestellt. Die ReiterInnen werden offenbar nicht einmal gefragt, ob sie noch Kadermitglieder sein wollen und können, ja sie oder ihre Pferde könnten in den ewigen Jagdgründen sein, sie wären trotzdem noch auf der Kaderliste, wenn sie in der Vergangenheit entsprechende Leistungen erbracht haben. Das mag Gewohnheit sein, man kann das auch als zurückblickende Ehrung empfinden - aber es entwertet die Listen, die ja vorwärtsgewandt, ein Projekt für die Zukunft, zumindest für das kommende Jahr sein sollten. Kommunikation zwischen Offiziellen und ReiterInnen war bislang noch nie eine Stärke der Disziplin CC. Aber man muss ja nicht alle Traditionen ewig fortführen. Und ein Lichtstreif am Horizont ist erkennbar: der neue Chef Elite und Equipenchef CC Jean-Jacques Fünfschilling ist schon dran, sich bei seinen Kader-Schäflein zu erkundigen, ob sie denn auch in naher Zukunft noch wollen und können...