
Dressurreiterin Viviane Schweizer ritt mit ihrem 7-jährigen Trakehnerwallach die neue Version A des Zwei- und Dreisternprogramms vor
ta/19.1.09. Rund 70 Concours Complet-Reiter, -Richter und -Freunde trafen sich am Sonntag, 18. Januar in der Reithalle Lägern in Dielsdorf, um sich Tipps vom Profi zu holen. Organisiert wurde der Anlass von der Chefin der Jungen Reiter, Doris Weidmann. Markus Graf, der auch einige CC-Reiter unterrichtet, erläuterte die Ausgabe A der neuen Ein-, Zwei- und Dreisternprogramme, die jeweils nach der theoretischen Einführung von zwei seiner Schülerinnen vorgeritten wurden. Der Dressurreiter und -richter kommentierte das Dargebotene kritisch und mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen. Graf zeigte den Buschreitern die Schwierigkeiten einzelner Lektionen auf und wie sie am besten anzugehen seien. Er gab aber auch Tipps, wie am besten bei welchen Fehlern im Dressurviereck reagiert wird, um den Schaden bzw. eine schlechte Note im Rahmen zu halten. Schliesslich machte er die Gewichtung einzelner Lektionen auf den unterschiedlichen Niveaus deutlich. Während im eher einfachen Einsternprogramm im Mitteltrab etwas gewagt werden sollte, müsse im Dreisternprogramm, wo starker Galopp und Mittelgalopp verlangt werden, dieser Unterschied auch deutlich gezeigt werden. Klar wurde auch, dass es im Einsternprogramm weniger Patzer erträgt, da es keine grossen Schwierigkeiten beinhaltet. Die Präzision der Figuren, die Verstärkungen und Übergänge und die Konstanz der Anlehnung komme hier viel stärker zum Tragen. Beim anspruchsvolleren und abwechslungsreicheren Dreisternprogramm hingegen könne ein Fehler eher mit einer gelungenen Lektion wieder gutgemacht werden.
Videoanalyse Lektion für Lektion
Nach einer Pause gab es die drei Programme, geritten von Markus Graf selbst auf drei unterschiedlichen Pferden, auf der Leinwand zu sehen. Dabei wurde jede einzelne Lektion angeschaut und diskutiert. Graf erarbeitete gemeinsam mit den Anwesenden die wichtigsten Merkpunkte. Er fragte nach, was es zu beachten gelte und ob das gezeigte Beispiel diese Kriterien erfülle. Auch hier wurde herausgearbeitet, was wie verbessert werden könne.
Interieur genauso wichtig
Abschliessend referierte Markus Graf wiederum anhand von Videobeispielen über die dressurmässige Arbeit eines Pferdes. Er zeigte mit Sequenzen von drei unterschiedlichen Pferden auf, dass es nebst tollen Grundgangarten auch stark aufs Interieur ankomme. Der erfahrene Ausbildner erläuterte den Trainingsaufbau eines Dressurpferdes mit praktischen Tipps für die Lösungsphase und Lektionen für die Arbeitsphase. „Dressur hat mit Wiederholungen zu tun. Wir bringen dem Pferd etwas bei und fragen es dann an der Prüfung ab“, forderte er die CC-Reiter, die nicht gerade den Ruf geniessen, die fleissigsten Lektionenpauker zu sein, zum vermehrten Dressurtraining auf. Zum Schluss erinnerte er an die Ausbildungsskala, deren Elemente Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung, Versammlung bei jeder Übung abgefragt werden sollten.

Gespannt hören die Anwesenden den Ausführungen von Markus Graf zu den live dargebotenen Programmen zu